Modellbau für Schiffe
die maßstabgetreu nach einem Vorbild gebaut wurden und im Wettkampf eingesetzt werden. Die C-Klasse sind konstruierte Schiffsmodelle, die in Wettbewerben als Standmodell einer strenger Prüfung unterzogen werden. Als Spielzeug werden Schiffsmodelle fertig, als Kartonmodell oder als Bausatz angeboten.
Die Wiege des Modellbau für Schiffe liegt in Ägypten. Dort wurden vor 4000 Jahren kleine Nachbildungen von Schiffen aus Ton gefertigt. Archäologen fanden den Nachweis des alten Ursprungs von Schiffsmodellen in Mesopotamien. Vereinzelte Beweise eines Interesses an Schiffsmodellen, sei es als Relief in Darstellungen des Heiligen Christophorus oder als Grabbeigabe der großen ägyptischen Pharaonen, zieht sich durch die Geschichte. Erster maßstabsgetreuer Modellbau, der dem heutigen Verständnis nahe kommt, wird Mitte des 16. Jahrhundert im unabhängigen Staat von Venedig betrieben.
Die verschiedene Schiffsbauer der Stadt stellen der Regierung ihren Entwurf eines Schiffes mit Hilfe von Modellen vor, die die gleichen Proportionen wie der Entwurf für das fahrtüchtige Schiff haben. Per Gesetz wurden in Dänemark ein Jahrhundert später diese Schiffsmodelle vom Schiffbauer vor Baubeginn gefordert. Schiffsmodelle haben demnach ihren Ursprung in ihrem kommerziellen Nutzen. Mitte des 19. Jahrhunderts kommen die ersten Funktionsmodelle für den Privatgebrauch auf. Für den Ursprung der Schiffsmodelle als Spielzeug im Gebrauch von Kindern gibt es keinen überlieferten Beweis.
Das Entstehen eines Schiffsmodells fängt bei dem Linienriss, der das Skelett des Schiffes bildet und damit die Grundlage für den Schiffbau bildet. Dieser wird zunächst aus Karton ausgeschnitten. Die Mallen, also der Karton, der beim genauen Ausschneiden übrig bleibt, wird bei dem Bau als Überprüfung für die richtigen Stärken der verschiedenen Holzschichten benutzt. Als Holzarten werden Mahagoni, Linde und Buche benutzt. Die unterschiedlichen Hölzer sind jeweils für bestimmte Teile des Schiffes am besten geeignet. So wird stabiles, dickes Buchensperrholz zwischen zwei Schichten exquisiten Lindenholzes geleimt. Der rohe Körper des Schiffsmodell wird mit Hobeln bearbeitet.
Die wichtigsten Öffnungen für Ruder und Anker werden vor der Oberflächenbehandlung des Modells gebohrt. Der Feinschliff des Schiffes ist der wichtigste Schritt. Mit Hilfe von Spachtelmasse wird die Form des Schiffes zur absoluten Perfektion ausgearbeitet. Die Wahl der Farben richtet sich streng nach Vorgabe oder nach eigenem Geschmack. Alle Accessoires, wie Bullaugen oder der Schiffsname, werden in die noch feuchte Bemalung gelegt und später beim Lackieren nahtlos in das äußere integriert.
Ein Schiffsmodell, das so in eigener Fertigung dank eines Linienrisses und weiteren Bauplänen mit den nötigen Ansichten gefertigt wird, ist ein Liebhaberstück. In der Regel werden Schiffsmodelle im Fachhandel als Baukasten oder auch schon als fertiges Modell verkauft.